Aus der
Winnender Zeitung
vom 02.03.2011:

 

Zu wenig ist erreicht

Aktionsbündnis fordert Sozialethik als Schulfach

Sozialethik gehört an allen Schulen auf den Stunden­plan: Das fordert das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden.

Gisela Mayer und Hardy Schober zogen gestern vor der Presse Bilanz: Seit dem Amoklauf vor zwei Jahren sei die eine oder andere Weiche in die richtige Richtung gestellt worden - mehr aber auch nicht. Es bleibe noch sehr viel zu tun, in vielen Bereichen: Präventionsprojekte an Schulen laufen zwar, aber es sind zu wenige - und nur Prävention, also Verhindern, greift 'sowieso zu kurz, findet Gisela Mayer. Schüler bräuchten ein Alternativ-Angebot zu Gewalt. Das Georg-Büchner-Gymnasium in Winnenden bietet seit längerem Sozialethik als Arbeitsgemeinschaft an. Vorbildlich, findet Mayer: Dieses Fach muss aus ihrer Sicht an allen Schulen verankert sein. Als Kernfach, als Profil, nicht nur als AG. Mayer: "Junge Menschen sollen lernen, dass es nicht selbstverständlich ist, soziale Kompetenz zu haben." Die Grundlagen für ein solches Fach seien längst fertig ausgearbeitet - die Schulen könnten schnell damit starten, sagte Mayer.

Das Aktionsbündnis setzt sich in vielen Bereichen für Veränderungen ein. Es geht um frühe Förderung schon im Elternhaus, um Projekte an Schulen, die sich mit Gewalt und ihren Folgen befassen, um Killerspiele und ihre Auswirkungen auf junge Menschen, und ums Waffenrecht.

 

Zwar sind verdachtsunabhängige Kontrollen bei privaten Waffenbesitzern eingeführt. Das allein reicht aus Sicht des Aktionsbündnisses noch lange nicht, zumal die Kontrollen erhebliche Versäumnisse offenbart haben. Hardy Schober will, dass Waffen und Munition getrennt aufbewahrt werden müssen und die Schützenvereine für sichere Aufbewahrung von Waffen in ihren Räumen sorgen: Keine großkalibrigen Kurzwaffen in Privathaushalten, fordert Hardy Schober.

Monate nach dem Amoklaüf hat eine Kommission des Landtags eine lange Liste von Handlungsempfehlungen erarbeitet. "Es ist relativ wenig umgesetzt worden", kritisierte Gisela Mayer gestern. Sie verwies als Beispiel auch auf die Absicht der Innenministerkonferenz, "gewaltrelevante" Computerspiele zu verbieten. Es ist bei der Absicht geblieben.

Das Aktionsbündnis will dennoch nicht nachlassen: Der 11. März könnte in Zukunft bundesweit als Aktionstag gegen Gewalt begangen werden.

Eine Werte-Reise

Der Kreisjugendring. hat Ähnliches, im Blick: Eine Werte-Reise soll jedes Jahr am 11, März stattfinden. Dieses Jahr besuchen die Teilnehmer dieser Fahrt die Gedenkstätte für Yvan Schneider, die Sternwarte Aichwald, das Jugendhaus Wendlingen, die Weidenkathedrale in Welzheim und ein Mehrgenerationen­haus in Kirchheim.

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