Aus der
Winnender Zeitung
vom 23.07.2005:

Aroma des neuen Kräutergartens begeistert

Garten-AG des Georg-Büchner-Gymnasiums stellte das in vier Jahren entstandene Kleinod hinter der Stöckachhalle vor

Von Regina Munder

Winnenden.
Nun ist es kein geheimer Gartenmehr, der schmale Streifen Land zwischen Stöckachhalle und Garagen, hinter der alten Kelter: Die Garten-AG des Georg-Büchner-Gymnasiums hat ihr in vier Jahren entstandenes Kräuter- und Heilpflanzen-Refugium Eltern, Freunden, Sponsoren - und der Öffentlichkeit präsentiert.

Am mittelalterlichen Kräutergarten des Georg-Büchner-Gymnasiums freut sich die Garten-AG -. zwei Mitglieder traten zur festlichen Eröffnung in authentischen Wollkleidern und mit weißen Hauben auf - samt Biologie-Lehrerin Susanne Krauch (re. mit roter Hose).
Bild: Steinemann

Comenius wär's sicherlich eine Herzensfreude gewesen, hätte er die von Garten-AG-Leiterin Susanne Krauch angeleiteten, hoch motivierten Schüler kennen gelernt. Er stand Pate für ein europäisches Projekt, das 2002 in Winnenden mit einer Konferenz umgesetzt wurde. Damals schon hatte Susanne Krauch die Idee aufgegriffen, einen Heilkräutergarten nach mittelalterlichem Vorbild anzulegen. Ohne dass sie überhaupt ein Grundstück dafür hatte.

Kaum vorstellbar, dass der schmale Streifen zwischen Stöckachhalle und Garagen benachbarter Häuser .- verwildert wie er war - einmal übersichtlich und fein getrennt Kräutern und auch Heilpflanzen wie Melonen und Kürhissen Platz bieten würde. Nicht nur die Garten-AG, sondern im Wesentlichen die Stadt und ihre Mitarbeiter sowie zahlreiche Sponsoren und Helfer, etwa vom BBW der Paulinenpflege, trugen zum Gelingen des Projektes bei. Die Pflanzen wurden überwiegend von Familien, Freunden und Kollegen gespendet, der Schuletat wurde nur um 560 Euro in vier Jahren erleichtert.

Der Garten begeistert die zur Eröffnung geladenen Gäste: Sie schwärmen auf den schmalen Rindenmulch-Wegen zwischen den durch Holzrahmen abgetrennten Beeten herum. Spitzwegerich, Rosmarin, Flohkraut - die Erwachsenen bücken sich neugierig nach den grünen Blättchen und Blättern, zupfen sie auch mal ab, reiben und riechen. Aaah, dieses Aroma! "Ich habe jetzt Lust bekommen, im eigenen Garten mehr zu machen", sagt eine Mutter zum Abschied zu Susanne Krauch. Zwei andere Frauen tauschen sich über Hausmittel aus.

Eine riesige Regentonne sammelt Gießwasser, außerdem ist an der Rückwand einer Garage neben der Stöckachhalle ein Wasseranschluss. Zwischen Garage und Halle hatte ein früherer Hausmeister einen Hundezwinger. In der frei gewordenen Ecke haben sich die Gymnasiasten mit Steinen einen Sitzplatz eingerichtet, der noch ausbaufähig ist, wie Krauch erklärt.

Bei der Eröffnung tragen zwei Achtklässlerinnen von der Garten-AG nach mittelalterlichen Vorlagen genähte Wollkleider und enthüllen ein großes Schild, das den Kräutergarten nun standesgemäß mit einer farbenprächtigen Kalligraphie von Renate Mildner-Müller ankündigt. Wie ein Hausflur zum Wohnzimmer führt ein rechts und links mit Blumen und Kletterpflanzen begrünter Weg, den die Arbeitsgemeinschaft ebenfalls selbst anlegen musste, zum eigentlichen Garten.

Übrigens hat das Georg-Büchner-Gymnasium längst einen Schulgarten, der aber für eine zusätzliche Kräuter-Abteilung viel zu klein gewesen wäre. Seit sieben Jahren existiert die Garten-AG, derzeit sind 20 Schüler/innen aktiv, immer freitagnachmittags. Sie pflegen die Anlagen, kümmern sich aber auch um weitere Natur-Projekte wie Nisthilfen, Totholzhaufen oder naturnahe Hecken.

Susanne Krauch kündigt an, dass nächstes Jahr eine Broschüre zum Heilkräutergarten erscheinen wird. Sie ist froh, dass das Stückchen Land nun für Unterrichtsprojekte und Führungen genutzt werden kann. Für jene, öffentlich zugänglich, möchte sie einen Apotheker gewinnen.

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