Aus derVon Rudolf Zeiffer
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Staub aufgewirbelt wird an der Zipfelbachbrücke der B 14 derzeit nur noch vom Wind - sonst steht alles still. ZVW-Archivbild: Pavlovic |
Die Gruppe um Fachlehrerin Schlüter konzentrierte sich schon bei Beginn ihres Vorhabens auf die beiden ersten der insgesamt drei Bauabschnitte bis nach Backnang: Winnenden-Süd bis Winnenden-Mitte und Winnenden-Mitte, Tunnel Leutenbach bis Nellmersbach. Begründung: Für den dritten, nämlich Nellmersbach bis Backnang, sei es ja "noch eine lange Zeit bin".
Wie schnell die Zeiten nicht nur vergehen, sondern sich auch ändern können, erfuhren die Gymnasiasten im Laufe ihrer Arbeit: Teil II des Abschnitts I ist mangels Finanzierungsmitteln ausgebremst. Von Teil I des Abschnitts I stehen bislang nur die Betonpfeiler.
Abschnitt 1 des Erdkundeprojektes bestand im "Erarbeiten theoretischer Grundlagen der Bebauung, Aufbau und Funktion von Bebauungs- und Flächennutzungsplänen, aber auch Hierarchien der Institutionen innerhalb eines baulichen Entscheidungsprozesses". Aktuelle Berichterstattung der Tageszeitung und in Gemeindeblättern waren die wichtigsten Quellen, aus denen die insgesamt fünf Arbeitsgruppen ihre Informationen holten. Internetrecherche hingegen habe eher wenig ergeben - im Gegensatz zum ZVW-Archiv.
Mit Ausgleichsmaßnahmen und Wasserwirtschaft beschäftigte sich eine Gruppe, eine andere arbeitete Historie und Planungsdauer des B-14-Komplexes auf. An Flächennutzungsplanung und Trassenführung bissen sich andere fast die Zähne aus.
Obwohl: "Die Arbeit in verschiedenen Gruppen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten verlief über Wochen hinweg sehr produktiv, und wir investierten freiwillig viele zusätzliche Stunden in die Fertigstellung der Ihnen vorliegenden Mappe", heißt es unter anderem im Begleitbrief, den die Georg-Büchner-Gymnasiasten samt dem Ergebnis ihrer Arbeit dem Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe geschickt haben: "Das NEIN zum Weiterbau seitens des Bundesministeriums für Verkehr kam für uns völlig überraschend und das allseitige Entsetzen war um so größer, als aus der Presse zu entnehmen war, dass das Bundesministerium einen Baustopp des Projektes veranlasst habe."
Dabei sprechen nach Überzeugung der Gruppe viele Gründe "für eine schnelle Wiederaufnahme des Bauprojektes": Verzögerung bedeutet Verteuerung, zumal ein Großteil der Brückenpfeiler ja schon fertig in der Landschaft steht; Verkehrsströme zur Fußball-WM geraten ins Stocken; mittelständische Unternehmen (Beispiel: Kärcher) leiden weiter unter dem Wettbewerbsnachteil schlechter Verkehrsanbindung (Folgen für Ausbildungs- und Arbeitsplätze); Verzögerungen bringen Neuverhandlungen mit sich und schwere Nachteile nicht nur für direkte Anwohner, sondern für einen großen Rückraum.
Die Enttäuschung und Ernüchterung ist groß."Momentan sieht es eher schlecht aus", befürchtet einer aus der Gruppe, "aber wenn viele solcher Aktionen kommen und der Minister es mitbekommt, dann könnte das doch vielleicht etwas bewegen." Jedenfalls mehr als durch einen in der Zeitung abgedruckten Coupon zum Ausfüllen und Einschicken, glauben die Schüler.
Ob der Minister den Brief und ihre Arbeiten auch wirklich persönlich bekommen und auch lesen wird, dessen sind sie sich nicht sicher. Ein Berater, die Sekretärin oder jemand dergleichen werde den Posteingang wohl sichten: "Und wenn er dann Lust hat, wird er sich's persönlich anschauen." Und ganz die Hoffnung verloren haben die Georg-Büchner-Gymnasiasten offensichtlich nicht: "Ich habe das Gefühl, das Ganze wird dann hoffentlich wieder etwas ernster genommen."
Und sie hatten schon einen bestätigten Termin für eine Führung zum Tunnelanstich mit Baustellenbegehung.
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