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Nǐ hǎo und herzlich willkommen auf den Seiten unseres Reisetagebuchs! Hier berichten wir – die 27 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des China-Austauschs am GBG und ihre Begleitpersonen – von unseren Aktivitäten, Erlebnissen und Erfahrungen im „Reich der Mitte“. Lesen Sie außerdem den persönlichen Reiseblog von Luca Hummel auf der Website der Winnender Zeitung.

Herzliche Grüße aus China!
Die Reisegruppe des GBG

China-Reisetagebuch 2017

Wieder zuhause!
Nach einem zeitweise turbulenten, etwa 12-stündigen Flug von Shanghai nach Frankfurt ist die China-Reisegruppe des GBG heute Morgen um 10.20 Uhr vor den Toren des Georg-Büchner-Gymnasiums angekommen. Nach fast drei Wochen Austauschreise wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von ihren Eltern, Geschwistern, Freundinnen und Freunden in Empfang genommen. Wir wünschen allen Schülerinnen und Schülern ein schönes und erholsames Wochenende und viel Freude dabei, von ihren unzähligen Erlebnissen in China zu erzählen...

PS: Im Laufe der Woche wird Luca Hummel in der Print-Ausgabe der Winnender Zeitung über die gesamte Austauschreise berichten.

Autor: Herr Hirscher
Nachtrag: Der chinesische Schulalltag aus Schülersicht

Pünktlichkeit, Aufstehen, wenn der Lehrer kommt, Strafen beim Zu-spät-kommen, Tragen der Schuluniform, absolute Aufmerksamkeit und Ruhe, sowie hohes Niveau im Unterricht und strenge Lehrer – dies sind typische Klischees, wenn man an den chinesischen Schulalltag denkt. Durch den Austausch wurde uns ermöglicht, den Unterricht der Fuchun High School in einigen Stunden mitzuerleben und herauszufinden, ob sich unsere Vorstellungen von dem typisch chinesischen Schulalltag erfüllen.

Der Unterricht beginnt um 7.20 Uhr, jedoch hatten die chinesischen Schüler ohne Austauschpartner davor schon eine Stunde „Reading Lesson“. Der Unterrichtsbeginn und das Unterrichtsende nach 40 Minuten wird durch Klingeln eingeläutet. Eine Klasse besteht aus ca. 40 Schülern, die jeweils an Einzeltischen sitzen, die jedoch zu Zweiertischen zusammengeschoben sind. Viele Schüler haben auf ihrem Tisch einen Stapel voller Bücher und Hefte, teilweise auch im Tisch oder im Regal, das an der hinteren Wand im Klassenzimmer angebracht ist.

Unsere Vorstellung von einem einheitlichen Look der Schüler und von Pünktlichkeit wurden nicht ganz erfüllt, denn einige Schüler tragen ihre eigene Kleidung und in jeder Stunde, die wir miterleben durften, kam immer mindestens ein Schüler zu spät. Anstatt dass der Zuspätkommende eine Strafe bekommt, sagt er einen kurzen Satz zum Lehrer und setzt sich dann leise an seinen Platz.

Eine allgemeine Begrüßung gibt es auch nicht, jedoch wurde uns erzählt, dass manche Klassen bei manchen Lehrern zu Beginn aufstehen müssen.

Zwischen der ersten Stunde von 7.25 Uhr bis 8.05 Uhr haben die Schüler 5 Minuten Pause, die sie unbeaufsichtigt in den Klassenzimmern verbringen dürfen, denn es gibt keine Fachräume wie bei uns an der Schule, sondern jede Klasse hat ein Klassenzimmer, in dem die meisten Fächer unterrichtet werden. Der Klassenraum ist ausgestattet mit einer Tafel, die vorne an der Wand hängt und hin und her geschoben werden kann, und einem Whiteboard, das die Lehrer für Präsentationen verwenden.

Nach der zweiten Stunde geht es bei gutem Wetter nach draußen auf den Sportplatz bzw. das Stadion, wo sich jede Klasse in Viererreihen aufstellt und mit einer Fahne vorneweg drei Runden (1200 Meter) laufen muss.

Zurück zu den Klischees: Anstatt 100%-ige Aufmerksamkeit von allen 40 Schülern bekamen wir auch einige gelangweilte und müde Gesichter zu sehen, die sich dann auf ihre Tische lehnten und so den Eindruck erweckten, als würden sie sich hinter ihren Heften „verstecken“.

Wir erwarteten ein sehr hohes Niveau im Unterricht, wobei man leider sagen muss – zumindest im Falle des Englischunterrichts – dass der Lehrer mehr oder weniger einen Monolog in nicht sehr gutem Englisch führte und nur ab und zu mal die Schüler etwas sagten. Uns fiel auf, dass es sehr viele Ankreuzaufgaben und Aufgaben zum Textverstehen gibt und die Schüler keine eigene Meinung zu einem Thema äußern sollen, was bei uns in Deutschland gefördert wird. Wird jedoch auch mal ein einzelner Schüler aufgerufen, so muss dieser zum Reden aufstehen.

Von 11.00 Uhr bis 12.30 Uhr gibt es eine Mittagspause und Mittagessen in der Kantine oder einem kleinen Shop, in dem man trinken, Süßigkeiten oder Burger kaufen kann. In der Kantine wählt man zwischen Nudeln, Reis oder gefüllten Teigtaschen. Nach der Mittagspause gibt es eine weitere Schlaf- und Ruhepause, während der die Schüler im Klassenzimmer schlafen oder sich leise beschäftigen dürfen. Der folgende Unterricht endet dann um 16.45 Uhr.

Die Schüler haben von Montag bis Samstag Unterricht, wobei sie samstags nur vormittags in der Schule sind. Uns wurde gesagt, dass jeden Montag die Nationalhymne gesunden wird und die chinesische Fahne gehisst wird. Dies konnten wir aufgrund des Regens am Montag nicht miterleben.

Wir finden, dass der chinesische Schulalltag positive und negative Aspekte hat, wie z.B. das Laufen, welches wir sehr gerne in Deutschland einführen würden, da es uns sehr viel Spaß gemacht hat und die „frische“ Luft uns wach gemacht hat. Allerdings ist ein chinesischer Schulalltag sehr anspruchsvoll, da er sehr lang ist und danach noch Hausaufgaben gemacht werden müssen.

Autorinnen: Leonie Holzwarth, Luisa Linke

19. Reisetag: Das Finale
Von oben links nach unten rechts:
1/2: Ausflug zum Wasserdorf Zhujiajiao
3/4/5: Jadebuddha-Tempel in Shanghai
6: im Flughafen Shanghai-Pudong
18. Reisetag: Shopping in Shanghai

An unserem vorletzten Reisetag in Shanghai besichtigten wir am Morgen eine Maulbeerseiden-Fabrik. Dort wurde uns gezeigt, wie per Hand Seide gewonnen und anschließend zu Kissen, Decken, Bezügen und weiteren Dingen verarbeitet wird. Die Kokons der Seidenraupe werden zuerst aufgekocht und zu Fäden abgerollt. Aus den Fäden werden dann die oben genannten Produkte hergestellt. Nach der kurzen Führung hatten wir die Möglichkeit, seidene Mitbringsel für Familie und Freunde zu kaufen. 

Anschließend das Highlight des Tages: 2 Stunden Zeit, um auf dem 60 000 m² großen "Fakemarkt" in Shanghai allerlei "Markenartikel" zu erwerben - von Michael-Kors-Taschen bis zu Handyventilatoren gab es so gut wie alles!

Später genossen wir den Ausblick auf die atemberaubende Metropole Shanghai aus dem 88. Stockwerk des Jin Mao Towers. Die Aussichtsebene ist mit dem Aufzug in einer Rekordgeschwindigkeit von nur 45 Sekunden zu erreichen.

Danach hatten wir Freizeit, in der sich die meisten mit Abendessen und Süßigkeiten eingedeckt haben.

Den letzten gemeinsamen Abend verbrachten alle im Hotel, um ihren Koffer zu packen, da es morgen zurück nach Deutschland geht.

Autorinnen: Leonie Bader, Maria Waitzmann

 

17. Reisetag: Die Zukunft Chinas

Heute morgen trafen sich alle Schüler_innen ein letztes Mal vor der Fuchun High School, um sich von ihren Austauschpartnern und Gastfamilien zu verabschieden. Der Abschied fiel vielen schwer, doch mit dem Hintergedanken, sich bald beim Rückbesuch in Deutschland wiederzusehen, konnten wir trotzdem mit Vorfreude unserem nächsten Reiseziel entgegensteuern: Shanghai.
 
Wie unser Reiseleiter uns erklärte, spiegelt Shanghai die Zukunft Chinas wider und ist eine sehr moderne Stadt - schließlich wurde Shanghai erst vor ca. 20 Jahren zu der Metropole ausgebaut, die es heute ist. Desweiteren ist Shanghai eine sehr internationale, multikulturelle Stadt, was zur Folge hat, dass von rund 31 Millionen Bewohnern etwa 30 000 Deutsche sind, weshalb es in Shanghai sogar zwei deutsche Schulen gibt.

Doch obwohl Shanghai eine Stadt der Moderne ist und vor allem die Zukunft Chinas zeigt, gibt es auch hier historische Bauwerke und Monumente wie sie in der Altstadt und dem Yu-Garten zu sehen sind, die wir heute besichtigten.

Abends bestaunten wir während einer Schifffahrt auf dem Huangpu-Fluss die kolonialen Gebäude entlang des Bund und die hell erleuchtete Skyline des Stadtteils Pudong.

Autoren: Max Klingler, Oskar Klöpfer, Franz Waitzmann, Sandro Weick

Berichterstattung der Fuchun High School
Unsere Partnerschule, die Fuchun High School in Tonglu, hat auf ihrer Website einen Abschlussbericht zum Austausch mit einigen Bildern veröffentlicht. Hier geht es zu der Seite.
16. Reisetag: NwT auf Chinesisch und Abschiedsfeier
von links oben nach rechts unten:
1/2: Roboterdemonstration
3/4: Einführung in den 3D-Druck
5/6: Drohnenflug
7: Abschiedsfeier
8: Abschlussfoto
Zu Gast im Englischunterricht

Milchiges Licht liegt auf dem Fluss. Üppiges Grün umrahmt ihn. Wir sitzen in einem Ausflugsboot, genießen die Fahrt auf dem Fuchun River und unterhalten uns über Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Wir sind beide Englischlehrer. Während ich bei meiner Arbeit zwischen „How old are you?” – „I’m ten years old.” und den „Challenges and Choices in an Insecure World”, dem Oberstufenthema in Englisch, den Spagat übe, ist mein Kollege Mr. Zhao ausschließlich im Jahrgang vier, in der Abschlussklasse, tätig. An der Fuchun High School gibt es vier Jahrgänge, die in etwa unseren Klassen neun bis zwölf entsprechen.

Unvermittelt fragt mich Mr. Zhao, ob ich seine Abschlussklasse besuchen möchte. Natürlich sage ich sofort zu. Danach erklärt er mir, dass ich seinen Computer im Unterricht benutzen könne. Schließlich wird klar, dass ich eine vierzigminütige Schulstunde in der Klasse halten soll. Unklar bleibt vorerst noch, wann.

Zwei Tage später ist es endlich soweit. Mr. Zhao erklärt mir, dass er die “oral skills” seiner Schüler auf die Probe stellen möchte. Die Stunde solle einen “question and answer”-Charakter haben. Die Schülerinnen und Schüler hätten einige Fragen vorbereitet.
 
Dass Chinesen sehr flexibel sind, hatte ich schon von unserer Reiseleiterin in Beijing erfahren. Wie flexibel sie sind, zeigt sich fünf Minuten vor Unterrichtsbeginn, als das Englischlehrerteam um einen weiteren Englischlehrer, meinen Kollegen Herrn Hirscher, erweitert wird.

Beim Eintritt ins Klassenzimmer, applaudieren ungefähr vierzig Schülerinnen und Schüler. Die meisten von ihnen tragen Schuluniformen und wirken jünger als unsere Abiturienten. Aufgeregt wird gekichert und mit den Stühlen hin und her gerückt. Wir stellen uns vor, erzählen von unserer Schule, unserem Alltag in Deutschland und sind auf die Fragen gespannt. Nach “first impressions of Tonglu” werden wir gefragt. Es ist offensichtlich, wie stolz die Schülerinnen und Schüler auf ihre Heimatstadt mit den gepflegten Grünanlagen, den imposanten Hochhäusern und dem majestätischen Fuchun River sind. Tonglu mit seinen 400.000 Einwohnern wirkt einerseits sehr urban, andererseits – im Vergleich zu den anderen Städten Chinas, die wir auf unserer Reise kennengelernt haben – wie eine grüne Oase.

Eine Schülerin will wissen, wie groß unsere Schule ist und ob wir ihre Schule mit 1800 Schülerinnen und Schülern und circa 180 Lehrer_innen zu groß fänden. In China ist zweifellos alles größer als bei uns. Hier heißt es groß, aber fein: Die Fuchun High School zählt zu den besten Schulen in der Umgebung.

Im Laufe des Gesprächs fragt uns eine andere Schülerin nach den Flüchtlingen, die Deutschland aufgenommen hat. Mit dieser Frage scheinen sich die Schüler im Unterricht näher befasst zu haben. Die jüngsten Terroranschläge in Deutschland haben die Chinesen sehr beunruhigt. Man betrachtet die Flüchtlinge als potenzielle Bedrohung. Chinesen sind sehr neugierig auf Deutschland, sie bewundern seine Sauberkeit und seinen Wohlstand. Die Deutschlandbegeisterung wird jedoch von der Sorge, dass Chinareisende in Deutschland nicht sicher seien, getrübt. Auch der VW-Abgasskandal hat Spuren hinterlassen und das Vertrauen in deutsche Produkte geschmälert. Wir versuchen, die Ängste zu entschärfen.

Mit der Zeit wird die Atmosphäre zunehmend entspannter. „Do you think, I have big ears?”, werden wir von einer Schülerin gefragt. Für einen Augenblick sind wir sprachlos. Damit haben wir wirklich nicht gerechnet. Es stellt sich bald heraus, dass eigentlich “big eyes” gemeint waren und dass die Schülerin über dieses Familienerbe sehr glücklich ist.

Gleich darauf möchte ein junger Mann mit mittelbraunen Haaren wissen, ob wir ihn schön finden. Was einen Menschen ausmacht, ist das, was ihm seine Familie und die Ahnen sittlich und genetisch vermacht haben. Nicht Eitelkeit sondern die Ehrfurcht gegenüber der eigenen Familie und den Ahnen scheint der Antrieb für diese Fragen zu sein. Bei dem jungen Mann war vielleicht doch ein bisschen Eitelkeit dabei. Und Witz. Zwar stehen die Schülerinnen und Schüler respektvoll auf, wenn sie Fragen stellen, doch die Ausgelassenheit nimmt immer mehr zu.

Als die Schulstunde endet und Mr. Zhao das Klassenzimmer durch die hintere der beiden Klassenzimmertüren verlässt, ist kein Halten mehr. Wir werden von allen umringt und dürfen Poesiealben, Englischwörterbücher, Lieblingsromane und Skizzierblöcke mit Widmungen versehen und signieren. Man bittet uns um Motivationssprüche für die kommenden Prüfungen und gute Wünsche für die Zukunft. Im Gegenzug beschenkt man uns mit kunstvollen, selbstgemachten Scherenschnitten, in chinesischen Schriftzeichen verfassten guten Wünschen, Zeichnungen und duftenden Äpfeln. Das schönste Geschenk, das uns an diesem Tag zuteil wird, ist das herzliche Lachen von Mr. Zhaos Schülerinnen und Schülern.

Die folgende Chinesischstunde hat schon längst angefangen, als wir widerwillig von den Schülern entlassen werden. Ein Schüler begleitet uns zurück ins Verwaltungsgebäude. Wir fragen ihn nach seinem Namen und dessen Bedeutung. Sein Vater habe einen Traum vor seiner Geburt gehabt, sagt er, “He had a dream”, das sei die Bedeutung seines Namens. Der junge Mann namens “Ich hatte einen Traum” lächelt verschmitzt und sagt, ”Unbelievable!”. Dann verabschiedet er sich von uns. 

Our conversation with Mr Zhao’s students was a thrill. Unbelievable!

Autorin: Karina Bartesch

14. Reisetag: Ausflug aufs Land

Anmerkung: Den folgenden Reisebericht haben die Autorinnen in einer standard- und einer jugendsprachlichen Version verfasst. Da wir uns beim Lesen der letztgenannten sehr amüsiert haben, veröffentlichen wir hier beide Fassungen. Es versteht sich, dass die Version in Jugendsprache mit Humor zu lesen ist.

Version 1:

Heute Morgen haben wir uns um 8.30 Uhr an der Schule getroffen und sind anschließend mit dem Bus zu dem 800 Jahre alten Museumsdorf Dipu gefahren. Dort haben wir einen Tempel für die Ehrung Verstorbener, ein altes Freilichttheater und eine Halle für Familienzusammenkünfte besichtigt.

Im Dorf sieht man viele kleine Stände, an denen Gewürze, Nüsse und andere Kleinigkeiten verkauft werden. Uns ist aufgefallen, dass die Menschen noch viele Dinge von Hand machen, zum Beispiel Wäsche waschen, einen Teppich knüpfen und Getreide mahlen.

Danach sind wir zu dem Dorf Huanxi gefahren, das an einem Fluss liegt und üppig bepflanzt ist. Die Englischlehrerin Frau Phu hat uns zwei Ginkgo-Bäume – einen weiblichen und einen männlichen Baum – gezeigt, die nebeneinander stehen und sich einer Legende zur Folge seit 700 Jahren lieben sollen.

Der restliche Tag wurde von den Austauschschüler_inen gestaltet und viele hatten ein Picknick oder einen Kinobesuch geplant.

Version 2:

Heute Morgen haben wir uns um 8.30 Uhr an der Schule getroffen. Es war schon übelst warm. Der Busfahrer hat uns abgeholt und zu einem Dorf gedrived. Das Dorf ist krass alt, nämlich 800 Jahre, und wurde zu einem Museum gemaked. Die Leute haben das übelst krasse Life in dem Dorf, weil es gibt einen Tempel für die Verstorbenen, ein altes Theater und eine Halle für Cliquentreffen.

In der Stadt haben viele alte Frauen alte Nüsse und so verkauft und Herr Hirscher hat sich einen Maisriegel gegönnt. Die Verkäuferin wollte auf Chinesisch flirten, aber Herr Hirscher wollte das nicht. Die Leute sind krass am worken und machen alles mit der Hand, z.B. Wäsche waschen und alles auf der Street.

Danach sind wir in ein altes Dorf gefahren. Da war es knorke, weil es gab viele Bäume und einen Fluss. Wir haben zwei Ginkgo-Bäume gesehen, die seit 700 Jahren verliebt sind, weil der eine ist ein Mann und der andere eine Frau.

Auf einer Treppe mussten wir viele Bilder machen. Das war eher medium.

Der Rundgang durchs Dorf war sehr schön und es war sehr warm, aber Ruben musste eine Jacke tragen weil er einen Sonnenbrand hatte. Danach waren wir back in the Hood und haben den restlichen Tag mit den Austauschpartnern gechillt. Manche wollten braun werden (biste brown, kriegste Frau’n) und haben ein Picknick gemacht, andere hatten einen Sonnenbrand und sind ins Kino.

Autorinnen: Tamara Beck, Ronja Unterberg

13. Reisetag: Kampfsport und Tropfsteinhöhle
von links oben nach rechts unten:
1: Kung-fu-Training
2/3: Schwertkampf
4: Stockkampf
5/6: Tropfsteinhöhle
12. Reisetag: Sport und chinesische Künste
von links oben nach rechts unten:
1: Morgensport nach der ersten Unterrichtsstunde
2: Kurs im Scherenschnitt
3/4: Kalligraphiekurs
5/6: Wir lernen das traditionelle Volkslied "Mo Li Hua" (Jasminblüte)
7: Tanzkurs
8: Tauziehen (das wir zweimal für uns entscheiden konnten)
11. Reisetag: Unterwegs in Tonglu

Nach einem aufregenden und individuellen ersten Abend in den Gastfamilien und einer Nacht mit einem leichten Erdbeben, die bei jedem unterschiedlich war – manche haben ihr eigenes Zimmer, andere teilen sich ihr Zimmer oder sogar ihr Bett mit ihren Austauschpartnern – mussten wir früh aufstehen und uns auf den Weg in die Fuchun High School machen. Dort begleiteten wir unsere Austauschpartner_innen in die jeweiligen Klassen und nahmen an der ersten Unterrichtsstunde teil. Das Klischee eines strengen und disziplinierten Unterrichts traf hier überhaupt nicht zu: es war laut und viele Schüler_innen hörten den Lehrer_innen nicht einmal zu. Einige von uns deutschen Schüler_innen wurden beim Betreten des Klassenzimmers sogar ohne Rücksicht auf die Anweisungen der Lehrkraft mit begeistertem und tosendem Klatschen empfangen.

Nach dieser ersten Unterrichtsstunde begleiteten uns die chinesischen Schüler_innen zu einem Bus, mit dem wir eine Rundfahrt durch die Stadt machten, um uns einen Überblick über Tonglu zu verschaffen. Dabei sahen wir nicht nur die Hochhäuser und Hotels der Stadt, sondern entdeckten auch viele grüne Flächen, zum Beispiel während des Spaziergangs am Fuchun-Fluss oder durch den Stadtpark.

Außerdem besichtigten wir ein Museum, in welchem wir mehr über die Geschichte Tonglus erfuhren. Gemeinsam mit unseren Austauschschüler_innen nahmen wir das Mittagessen in der Mensa der Schule ein. Es gab verschiedene chinesische Gerichte und später konnte man sich in einem Schulkiosk noch Getränke und Snacks kaufen. Das Gemeinschaftsgefühl zwischen uns und unseren Austauschpartner_innen wurde außer durch das gemeinsame Essen auch durch ein darauf folgendes Basketballspiel gestärkt.

Am Nachmittag besuchten wir ein am Fluss gelegenes Wasserkraftwerk, das die Stadt mit Strom versorgt. Zudem machten wir eine Bootsfahrt auf dem Fuchun-Fluss, um ca. eine halbe Stunde später an einer in der Natur, an einem Berg liegenden Stelle anzuliegen. Von dieser wanderten wir zu einem Aussichtspunkt, um schöne Bilder zu machen und den tollen Blick auf die umliegende Landschaft zu genießen.

Zurück in der Schule fuhren wir mit unseren Austauschpartner_innen zum Abendessen – beispielsweise in ein Restaurant. Einige von uns gingen danach noch zum Tanzen auf eine Plaza oder shoppen in Einkaufszentren. Egal wie – jede_r genoss seinen/ihren Abend in der hell und bunt erleuchteten Stadt.

Autorinnen: Luca Hummel, Michelle Kinkel

10. Reisetag: Aufbruch nach Tonglu

Es regnet nicht mehr – endlich! Als wir unsere Koffer vor dem Hotel in den Reisebus packen, ist es lediglich bewölkt. Ein Grund zur Freude nach einem nasskalten Tag, der nach unserer biologischen Uhr mindestens zwei Stunden zu früh begonnen hatte. Unsere Schülerinnen und Schüler freuen sich aus zwei Gründen: Erstens verspricht das Tagesprogramm eine Mischung aus Natur und Freizeit. Zweitens – und das ist wahrscheinlich viel wichtiger – winkt der Höhepunkt der Reise: der Aufenthalt an der Gastschule in Tonglu.

Doch bevor auch nur irgendeines der eben genannten Ereignisse eintritt, heißt es: im Bus sitzen, in der morgendlichen Rushhour von Hangzhou. Mit knapp 9 Millionen Einwohnern ist Hangzhou fast doppelt so groß wie Berlin; dennoch gilt die Stadt als Naherholungsgebiet für die Menschen, die in den umliegenden, „richtigen“ Großstädten Chinas leben – vor allem in der etwa 200 km entfernten Metropole Shanghai. Dies liegt vor allem an den zahlreichen Grünanlagen und den Seen, die die Stadt prägen – wie etwa dem in Ost-China wohlbekannten Westsee, der sich auch während unserer Reise als wahrer Touristenmagnet erweisen sollte. Wir haben eine Fahrt auf dem See gebucht und teilen uns dabei ein Boot mit zwei Gruppen aus Sachsen und Österreich. So klein ist die Welt.

Hangzhou scheint eine Modellstadt für die umweltpolitische Neuausrichtung Chinas zu sein: Unsere Stadtführerin erzählt uns, dass 30 % der Fläche in neu geplanten Wohnvierteln Grünflächen vorbehalten ist; die meisten Linienbusse fahren mit Elektromotor und für 10 RMB (umgerechnet knapp 1,50 €) kann man vier Stunden lang auf einem Mietfahrrad durch Hangzhou strampeln.

Gleichzeitig werden jedoch die Probleme ersichtlich, mit denen viele Metropolen Chinas aufgrund ihrer außergewöhnlichen Bevölkerungsdichte zu kämpfen haben: Um den verstopften Straßen während der Rushhour Herr zu werden, dürfen Autos mit bestimmten Kennzeichen nur an ausgewählten Wochentagen während der Hauptstoßzeiten fahren. Die Autofahrer reagieren darauf, indem sie zwei Autos mit unterschiedlichen Kennzeichen in der Garage stehen haben. Außerdem hinkt der Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel dem Bedarf eklatant hinterher: Mit seinen fast 9 Millionen Einwohnern besitzt Hangzhou gerade einmal eine einzige bisher fertiggestellte U-Bahn-Linie und ein Bus gilt theoretisch nur dann als voll besetzt, wenn auf einem Quadratmeter acht Personen zu stehen kommen.

Wir sitzen glücklicherweise in einem nicht voll besetzten Reisebus und genießen nach dem Aussteigen die Natur um den idyllischen Huagang-Park und auf dem Westsee. Anschließend fühlen wir uns ins 19. Jahrhundert zurückversetzt, als wir die Huqingyutang-Apotheke in der Altstadt von Hangzhou betreten. Hier türmen sich Kräuter, Wurzeln und Pilze, die in der Traditionellen Chinesischen Medizin Verwendung finden in einer anachronistischen Umgebung. Kaum ein Leiden, für das es kein Heilmittel in dieser Apotheke gibt.

Ein Leiden, das unsere Schülerinnen und Schüler und uns (wir wollen ehrlich sein!) regelmäßig befällt, ist jenes der Müdigkeit: Der Jetlag und die Tatsache, dass unsere Aufstehzeiten seit 10 Tagen keinerlei Routine folgen, zollen ihren Tribut. Und so verbringen viele der Teilnehmer_innen des China-Austauschs die anderthalbstündige Reise von Hangzhou an die Austauschschule nach Tonglu schlafend.

Doch 10 Minuten vor Ankunft an der Partnerschule ist von Müdigkeit nichts mehr zu spüren: der Lärmpegel im Bus steigt, der Wunsch nach einer „Halle der inneren Harmonie“ (chinesischer Euphemismus für „Toilette“) wird immer lauter und die Begleitpersonen tauschen ihre Pullis gegen Sakko und Bluse ein, um für den bevorstehenden Empfang an der Schule vorbereitet zu sein.

Der Empfang ist freundlich, herzlich, überschwänglich. Dank der Tatsache, dass viele der Austauschpartner_innen bereits seit Wochen per E-Mail, Wechat, QQ o.ä. in Kontakt stehen, wirkt das erste Treffen teilweise wie ein Wiedersehen: Umarmungen werden ausgetauscht, Händchen werden gehalten.

Nach den Reden des Parteisekretärs der chinesischen Schule und der deutschen Begleitpersonen fällt der Startschuss für den wichtigsten Teil der Austauschreise – der Woche in den Gastfamilien. Wir sind gespannt, was unsere Schüler_innen im Laufe der kommenden Woche erleben werden…

PS: Im Laufe der Austauschwoche werden wir an dieser Stelle täglich neue Bilder veröffentlichen. Da wir unseren Schüler_innen die Chance geben möchten, die wertvolle Zeit in den Gastfamilien für soziale Kontakte zu nutzen, werden jedoch nur in unregelmäßigem Rhythmus neue Artikel zu lesen sein.

Autor: Herr Hirscher

9. Reisetag: Im Regen durch Hangzhou

Als um 4.15 Uhr das Telefon klingelte, wurden wir schlagartig wach. Aber es war nur der Weckdienst, der uns rechtzeitig vor der Abfahrt zum Flughafen weckte. Die Dunkelheit, der Regen und die Kälte machten das Aufstehen nicht gerade leichter.

Am Flughafen angekommen checkten wir ein und machten uns pünktlich um 7.35 Uhr auf den Weg nach Hangzhou. Nach der Landung wurden wir von unserer Reiseleiterin empfangen. Auf der Fahrt mit dem Bus durch Hangzhou erklärte sie uns, dass die Stadt sehr viele Grünflächen besitzt, und dass auch schon Präsident Nixon und Angela Merkel zu Besuch in der Stadt waren.

Als unser erstes Ausflugsziel besuchten wir das Kloster der Seelenzuflucht, in dem noch ca. 200 Mönche leben. Beim Betreten des Innenhofs des Klosters bekam jeder drei Räucherstäbchen geschenkt. Da früher jeder Gläubige nach dem Motto „Viel hilft viel“ eine große Zahl an Räucherstäbchen mitbrachte und diese angeblich zu der schlechten Luft in China beitragen, dürfen nun keine eigenen Räucherstäbchen mehr mitgebracht werden. Jeder von uns durfte seine Stäbchen auch anzünden, und dabei an einen Wunsch für sich oder seine Angehörigen denken.

In der Haupthalle des Klosters befindet sich die größte Buddha-Statue Chinas mit 9,1 Metern Höhe. Sie ist aus vergoldetem Holz und hat lilafarbene, gelockte Haare. In den Nebenhallen befinden sich 500 „Helfer-Buddhas“, und wenn man die Statuen bis zur Zahl des eigenen Alters zählt, soll dieser einem ähnlich sehen und die Zukunft deuten.

Nach der Besichtigung der Tempelhallen erkundeten wir einen nahegelegenen Bach, wobei manche nur mit nassen Füßen auf der anderen Seite angekommen ist.

Beim anschließenden Mittagessen trafen wir eine Gruppe deutscher Austauschschüler aus Gießen mit ihren chinesischen Gastfamilien.

Auf dem Weg zu unserem nächsten Ausflugsziel, einer Teeplantage, erfuhren wir, dass der dort angebaute sog. Drachenbrunnentee der Staatstee Chinas ist und von Frauen handverlesen und nicht mit Maschinen gepflückt wird.

Nach der Besichtigung der Plantage ging es noch zur Teeverkostung, bei der wir Grün-, Schwarz-, Jasmin- und Oolongtee probieren durften. Anschließend gab es die Möglichkeit, noch Tee zu kaufen.

Allgemein ist die Landschaft um Hangzhou herum sehr schön – es gibt viele Grünflächen. Obwohl es den ganzen Tag über geregnet hat, haben wir ihn sehr genossen.

Autorinnen: Lena Bauder, Leona Kunzi

8. Reisetag: Terrakotta-Krieger und Maultaschen
Heute weckte uns der Wecker gegen 7:15. Als wir uns angezogen hatten gingen wir um 8 zum Frühstück. Es gab Toast und Brötchen ohne Belag. Dafür gab es gebratene Nudeln, also war für jeden etwas dabei. Als dann unser Bus kam, fuhren wir ca. eine Stunde zu einem Betrieb, der Lehmsoldaten im Stile der Terrakotta-Armee herstellt. Nach einer kurzen Führung konnten wir Lehmsoldaten zu einem billigen Preis erwerben. Danach stiegen wir wieder in den Bus. Nun machten wir uns auf den Weg zur Terrakotta-Armee, die wir als Highlight des Tages empfanden. Als wir dort aus dem Bus in den Regen stiegen war die Stimmung zuerst etwas gedrückt, doch nachdem die ganze Gruppe den Anblick der größten Museumshalle genießen konnte waren alle gut drauf.

Danach aßen wir zu Mittag. Es gab ein großes Buffet und es war für jeden etwas dabei. Das einzige Problem war, dass es wir etwas unterversorgt an Getränken waren. Gut gestärkt ging es weiter in Halle 2 und 3 der Terrakotta-Armee. Nach dem faszinierenden Anblick zweier Reitwagen aus Bronze ging es mit dem Bus weiter zu einem großen Tempel. Die Pagode, die sich dort befindet, wird nach einer Legende "Wildgans-Pagode" oder "Schiefe Pagode von Xi'an" genannt.

Anschließend ging es erneut mit dem Bus zu einem anderen Highlight: den chinesischen Maultaschen. Wir probierten uns durch 18 verschiedene Maultaschen. Es war für jeden Geschmack etwas dabei: Fisch, Schweinefleisch, Ente, aber auch süße Maultaschen gab es am Ende noch zu verkosten.

Die letze Zeit des Tages verbrachten wir im Hotel. Diese durften wir selbst gestalten. Wir Jungs verbrachten unsere Zeit damit, den glorreichen Sieg des VfB Stuttgart im Derby gegen den KSC anzuschauen. Anschließend packten wir unsere Koffer und gingen etwas früher als sonst ins Bett, da wir uns am darauf folgenden Tag um 4.35 Uhr treffen sollten, um nach Hangzhou zu fliegen.

Autoren: Felix Luckert, Ruben Schumm
7. Reisetag: Auf Erkundungstour durch Xi'an

Mit einem multikulturellen Frühstück und einer rasanten Fahrt in Golfcarts begann unsere Reise nach Xi'an, bei regnerischem und kaltem Wetter erreichten wir daraufhin den Bahnhof. Während der dreistündigen Zugfahrt zog die nebelige Hügellandschaft Chinas an uns vorbei. Je näher wir an unser Ziel kamen, desto häufiger sah man Plantagen und Getreidefelder. Unser Führer erklärte uns später, dass der Niederschlagsmenge in Xi'an sehr niedrig ist - also perfekt für den Getreideanbau - deswegen werden in Xi'an viele Nudeln gegessen.

Schon während der Busfahrt durch Xi'an fiel uns auf, dass im Vergleich zu unseren vorherigen Aufenthaltsorten die Stadt gepflegter und aufgeräumter aussieht. In der Stadt sieht man viele Grünanlagen und Flächen, die neu angelegt wurden. Seit fünf Jahren wird stärker auf die Umwelt und somit auch auf die Luftqualität geachtet. Vor allem die nicht einmal meterweite Sicht im Winter lässt viele Menschen protestieren. Der Feinstaub kommt vor allem vom Verkehr und zum großen Teil auch von den Kohlekraftwerken - 80% der chinesischen Energie wird mit Kohle erzeugt.

Am Nachmittag besuchten wir die Große Moschee in Xi'an, die vor allem durch ihren überwiegend chinesischen Stil einzigartig ist - der Islam ist ursprünglich über die Seidenstraße nach Xi'an gekommen. In der Moschee waren die lauten Verkäuferrufe der Basarstraßen rund um die Moschee kaum bis überhaupt nicht zu hören; die großen Mauern um die Moschee halten nicht nur die Geräusche ab, sondern auch - nach der Meinung abergläubischer Menschen - die Geister, die aufgrund ihrer nicht vorhandenen Knie die Mauer nicht überqueren können.

Nach dem Besuch der Moschee hatten wir Zeit, um alleine zum Treffpunkt zurückzukommen. An allen Ecken kauften viele von uns auf dem Basar Fake-Uhren, Taschen, Kleider und allerlei Souvenirs. Vor allem das Essen bekam große Aufmerksamkeit: gegrilltes Fleisch am Stil, Reiskuchen, Ananas am Stil und exotisch zubereitete Kartoffeln wurden eifrig getestet. Manche waren sogar mutig und trauten sich an die exotischeren Straßengerichte heran - frittierte Krabben.

Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, genossen wir ein sehr leckeres Abendessen in einem traditionellen Restaurant in der Stadt - viele fanden das Essen zu scharf, obwohl der Koch schon Rücksicht auf unseren westlichen Gaumen genommen hatte.

Mit dem Einbruch der Nacht zeigte sich die romantische Seite der Stadt. Überall wurden Gebäude und Figuren durch Lichterketten hervorgehoben, vor allem Paare ließen sich von dieser Atmosphäre mitreißen. Selbst die Konzerthalle war beleuchtet von unendlich vielen Lichtern. Im gegenüber liegenden Park befinden sich viele Figuren von Instrumenten, die ebenfalls beleuchtet wurden. Wir konnten auch Figuren von Menschen aus der Tang-Dynastie betrachten, die sich auch sehr an Musik erfreut hatten. Eine davon war die einst mächtigste Frau des siebten Jahrhunderts - die erste und einzige Kaiserin Wu. Nachdem wir den neuen, von Lichtern erhellten Acht-Säulen-Platz überquert hatten, betrachteten wir das abendliche Wasserspiel, bei dem uns viele Chinesen Gesellschaft leisteten.

Auf dem Weg zu der ebenfalls erleuchteten Stadtmauer passierten wir das einzige Fußballstadion, in dem 500 000 Menschen Platz haben - unser Stadtführer erinnerte uns an das Spiel zwischen Bayern und Dortmund, welches wir morgens um 0:30 Uhr live im chinesischen Fernsehen anschauen könnten, da seit 20 Jahren die deutsche Bundesliga live in China übertragen wird. An der Stadtmauer angekommen gelang es ein paar Straßenmusikern, unsere Aufmerksamkeit allein auf sie zu richten. Am Ende waren es nur wir Deutschen, die im Nieselregen standen und applaudierten - anscheinend applaudieren die Chinesen nicht so häufig. Nach einem langen Tag sind wir im Hotel angekommen und freuen uns auf morgen.

Autorinnen: Jana Blessing, Jule Hauser

6. Reisetag: Mauerbau und Philosophie

Heute Morgen haben wir uns um 8.15 Uhr getroffen, um zusammen zu frühstücken. Die Auswahl war zwar ein wenig kleiner als in dem letzten Hotel, doch es hat uns sehr gut geschmeckt. Vor allem die gefüllten Teigtaschen, die wie Maultaschen geschmeckt haben.

Um 9 Uhr sind wir zusammen mit unserem Reiseführer auf die Stadtmauer von Pingyao gelaufen. Währenddessen erzählte er uns etwas über den Aufbau der Stadt und warum und wie die Mauer gebaut wurde. Dann liefen wir weiter zu einem konfuzianischen Tempel. Dort erfuhren wir mehr über das Leben von Konfuzius und wie er seine Lehren an andere Menschen weitergab. Der Tempel erstreckte sich über mehrere Hallen und Höfe, die mit den Statuen von Konfuzius und seinen Schülern ausgestattet waren. Nach der dieser Besichtigung aßen wir in einem Restaurant in Pingyao zu Mittag.

Nach dem Mittagessen haben wir noch einen daoistischen Tempel besucht. Hier lernten wir die Unterschiede und Gemeinsamkeiten dieser zwei Philosophien kennen, und wie man diese in den Tempeln erkennen kann, doch die Tempel glichen sich sehr, weswegen es schwer war, die Unterschiede zu finden.

Als letzten Programmpunkt an diesem Tag haben wir noch eine Bank besichtigt. Diese war aber keine normale Bank, sondern die erste in ganz China, die man aber heute noch besuchen kann.

Den restlichen Tag hatten wir Freizeit, in der wir uns etwas zu essen kaufen und die Altstadt von Pingyao auf eigene Faust erkunden konnten.

Autoren: Max Münchberg, Lennart Winkler

5. Reisetag: Mit dem Schnellzug in die Vergangenheit

Aufstehen, wen quält das nicht? Vor allem um halb sechs Uhr morgens! Aber der Zug wartet nicht auf einen und dann muss man halt raus, ob man will oder nicht. Zugfahren in China ist so wie Fliegen in Europa. Bevor man in den Bahnhof kommt, muss man durch Ticket- und Passkontrolle. Anschließend kommt der Security Check. Danach kommt man in einen Warteraum und erst kurz vor der Abfahrt des Zuges darf man zum Gleis. Und auch dazu benötigt man das Ticket, auf dem neben dem Namen auch die Passnummer steht. Die Zugfahrt selbst ist gar nicht so aufregend.

Unsere Station, an der wir aussteigen müssen, heißt „Taiyuan“. Hier lernen wir unseren englischsprachigen Reiseführer kennen, der uns dann auch gleich zum Mittagessen bringt. Zum ersten Mal gibt es Nudelsuppe. Die glitschigen Nudeln sind sehr lustig mit den Stäbchen zu essen, es funktioniert am Ende aber doch ganz gut.

Mit dem Bus geht es weiter zum Wohnhof der Familie Qiao, einer chinesischen Händlerfamilie. Interessant ist, dass das Haus der männlichen Nachkommen einen Ziegelstein höher gebaut ist als das der weiblichen Nachkommen, nur um deren Überlegenheit zu demonstrieren. Der Vater hat den größten und den am üppigsten eingerichteten Schlafraum.

Nach einem kleinen Rundgang ist erst früher Nachmittag, und wir fahren noch weiter im ländlichen China. Ziel ist ein buddhistischer Tempel, in dem es viele alte Statuen gibt. Einige dieser Statuen sehen ganz schön gruselig aus, und auch so, als ob sie jeden Moment lebendig würden. Als wir auf der Mauer des Tempels laufen, können wir chinesische Schüler beim Sportunterricht beobachten.

Unser Hotel liegt innerhalb der Mauer von Pingyao. Das Hotel ist so aufgebaut und eingerichtet wie im historischen China. Auf dem Weg hierhin können wir den chinesischen Fahrstil in vollen Zügen genießen. Jedes Auto fährt wie es will, die Mofas erst recht. Man kann nur noch hoffen, dass kein Unfall passiert. Aber erstaunlicher Weise funktioniert der Verkehr trotz allem.

Zum Abendessen trauen wir uns in die Stadt, werden aber trotzdem rückfällig: Wir wollen Burger und Pizza essen. Nur die Lehrer bleiben dem chinesischen Essen treu. Nach langem Warten bekommen wir dann das ersehnte westliche Essen.

Nach diesem schönen aber auch anstrengenden Tag freuen wir uns alle auf die schönen und ein bisschen altertümlichen Doppelbetten.

Autorinnen: Kerstin Fitzke, Anika Pahl

4. Reisetag: Zwischen Mauer und Hutong

Nach frühem Aufstehen und 2 Stunden Busfahrt durch eine ländliche Region Pekings, sind wir um 10 Uhr am Fuß der Chinesischen Mauer angekommen. Nach anfänglicher Müdigkeit brachte das viele Treppensteigen unseren Kreislauf wieder in Schwung. Nach gefühlten 1000 Stufen und immer wärmer werdender Temperatur erreichten wir endlich Wachturm 8 des Mutianyu Abschnittes der Chinesischen Mauer. Abhängig von Motivation und Kraft durften wir in den folgenden 1 ½ Stunden Wachturm 1 bis 14 besichtigen. Der Besuch eines der Art riesigen Bauwerks war beeindruckend, interressant und faszinierend zugleich. Um die vielen Treppen nicht wieder runter laufen zu müssen und unsere Gelenke zu schonen, setzten wir uns in die Sommerrodelbahn und fuhren mit mäßigem Tempo den langsamen Chinesen, welche immerzu mit Bilder machen beschäftigt waren, hinterher.

Nach dem Mittagessen machten wir noch einen kurzen Stopp am Olympiastadion, auch „Vogelnest“ genannt, um ein paar Bilder zu machen. Zum guten Abschluss besuchten wir noch die Straße "Nan Luo Gu Xiang" in einem Hutong, um das Leben in Peking besser kennenzulernen, Souvenirs zu kaufen und Abend zu essen.

Autorinnen: Franziska Friebe, Alina Häussermann

3. Reisetag: Kaiserzeit und Moderne

Heute ging es nach dem Frühstück um 8.30 Uhr mit dem Bus in die Verbotene Stadt, welche als UNESCO Weltkulturerbe gilt. Sie heißt Verbotene Stadt, da sie während der Kaiserzeit ausschließlich für die Kaiserfamilie, deren Bedienstete und bestimmte Bürger zugänglich war. Die Verbotene Stadt ist von einer roten Mauer umgeben und enthält viele architektonische und handwerkliche Schätze. Auf den vielen verschiedenen Bauwerken befinden sich außerdem Figuren bestimmter Fabeltiere.

Wir starteten im Süden und kamen durch viele verschiedene Höfe und Tore zum 1 km entfernten kaiserlichen Garten kurz vor dem Nordausgang. Anschließend fuhren wir wieder mit dem Bus zum Mittagessen, um schließlich weiter zum Himmelstempel zu fahren. Dieser ist insgesamt doppelt so groß wie die Verbotene Stadt und beinhaltet die Halle der Ernte, welche als Herzstück der Anlage gilt. Früher wurden hier Zeremonien abgehalten und unter anderem Tiere für eine gute Ernte geopfert. Blaue und grüne Farben schmücken die Dächer der Gebäude und stehen für Hoffnung. In den verschiedenen Souvenirläden testeten wir außerdem unsere Feilschkünste.

Mit dem Bus fuhren wir durch den neuen Stadtteil Pekings und bekamen tolle Eindrücke von einem modernen Hochhausviertel. Am Spätnachmittag besuchten wir noch eine chinesische Akrobatikshow, bei der wir verschiedene atemberaubende Akrobatik-, Seil- und Fahrradkünste zu sehen bekamen. Zum Abendessen aßen wir Pekingente und viele andere leckere Gerichte. Ein toller zweiter Tag mit vielen neuen Eindrücken.

Autorinnen: Lara Heidenwag, Leonie Holzwarth

2. Reisetag: Wir sind chinesische Pandas

Souverän ist anders: Wir sitzen im Untergeschoss eines edel anmutenden Restaurants in Peking und versuchen, Maiskörner mit Stäbchen zu essen. Trotz einer ersten Einweisung in das asiatische Essbesteck vor einigen Wochen, muten unsere Bewegungen noch etwas verkrampft an. Wir sind froh, dass auf den runden Tischen, um die wir sitzen, auch Gerichte stehen, die nach einer schlafarmen Nacht und einer Zeitverschiebung von sechs Stunden weniger Feinmotorik erfordern: Hühnchen süß-sauer, panierte Fischfilets, Glasnudeln, gebratene Zwiebeln und natürlich Reis. Das Essen schmeckt – und bietet wahrsten Sinne des Wortes einen Vorgeschmack auf die kommenden Wochen.

China ist mit seinen fast 1,4 Milliarden Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Welt. Was es bedeutet, wenn alle Einwohner eines Landes dieser Größenordnung Ferien haben, erleben wir gleich an unserem ersten Tag in Peking: Unser erstes Reiseziel, der Sommerpalast, platzt geradezu aus allen Nähten vor überwiegend chinesischen Besuchern, die den Feiertag des Hellen Lichts (Qingming) begehen. Wir warten 20 Minuten vor dem Eingang und beobachten amüsiert den unmittelbar an uns vorbeirauschenden Verkehr. „Hupen ist das neue Bremsen“ scheint die Devise zu lauten, wenn Motorroller und Autos sich ihren Weg durch die wartende Menge bahnen. Schließlich schmeißen wir uns ins Getümmel. Auf uns akut übermüdete Ausländer prasseln die Eindrücke förmlich ein: die verspielte Architektur und Schönheit der Gartenanlage; die Menschenmassen, die sich mit uns durch den längsten Wandelgang des Landes schieben; die chinesischen Touristen, die auf mal mehr mal weniger charmante Weise um Fotos mit den exotisch aussehenden, jungen Europäerinnen bitten. Zurück im Bus auf dem Weg zum Hotel in einem Hutong von Peking versucht unsere chinesische Reiseleiterin Fei das plötzliche Promi-Dasein unserer Schülerinnen zu erklären: „Für uns Chinesen sind Europäer etwas besonderes. So wie für euch chinesische Pandas.“

Autor: Herr Hirscher

1. Reisetag: Die Zeit vergeht im Flug
2. April 2017, Flughafen Frankfurt am Main, 11.00 Uhr. Gut eine halbe Stunde vor dem Check-in für den Flug MU220 steht bereits eine Traube von Menschen vor den Schalter der Fluglinie China Eastern. Ein kurzer Blick in deren Gesichter und wir stellen fest – alles Chinesen, hier sind wir richtig! Verwirrt über die eher unchinesische Streckenführung der Warteschlange (eine Schlange für sechs Schalter?) stellen wir uns in einer kompakten S-Formation hinten an. Während der folgenden Stunde ist warten angesagt – ab und an höchstens unterbrochen durch erste interkulturelle Erfahrungen, etwa bei der Beobachtung, wie ein chinesischer Passagier hastig seinen Koffer umpackt. Dessen Inhalt: Haushaltsunübliche Mengen an Milchpulver – eine späte Reaktion auf den Milchskandal, der China vor knapp 10 Jahren heimsuchte.

Die Begleitpersonen sorgen sich unterdessen vor allem darum, ob die Koffer ihrer geduldig wartenden Schützlinge nicht doch zu viel Gewicht auf die Waage bringen. Flapsig getätigte Aussagen wie „Ich muss vielleicht noch umpacken“ und „Ich hab zwei Kilo zu viel“ sorgen für Adrenalin und schließlich für großes Aufatmen, als das Gepäck erfolgreich seinen Weg übers Fließband gefunden hat. Auch die bösen Blicke bei der Sicherheitskontrolle entpuppen sich im Nachhinein als verspäteter Aprilscherz eines kurz darauf herzhaft lachenden Mitarbeiters, und so betreten wir letztlich durchgecheckt und wohlgelaunt das Flugzeug.   

Dieses bringt unsere Reisegruppe ohne Turbulenzen, jedoch mit erwartbar beschränkter Beinfreiheit, innerhalb von 10,5 Stunden zum Zwischenstopp Shanghai. Eine subtile Aufgeregtheit liegt in der etwas zu frostig klimatisierten Luft des Flugzeugs, gepaart mit diesem nicht zu verleugnenden Es-geht-endlich-los-Gefühl. Für einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Austauschs ist es die erste Flugreise ihres Lebens, und nicht nur ihnen ist bewusst, dass der Moment, in dem der aerodynamische Koloss die Bodenhaftung verliert, der Beginn eines kleinen Abenteuers ist: 18 Tage vor Ort in China, davon 7 Tage in Gastfamilien; fort von zuhause und gleichzeitig mittendrin in neuen Erfahrungen, skurrilen Erlebnissen und - hoffentlich - bleibenden Erkenntnissen über eine fremde (und vielleicht auch die eigene) Kultur.

Am Flughafen von Shanghai ergeben sich freudige Szenen des Wiedersehens, als eine Schülerin zur Reisegruppe dazustößt. Nach etwa 21 Stunden Reisezeit ab Winnenden dann der stolze Zwischenerfolg: Gruppe komplett – 11.25 Uhr Ortszeit – 16° Celsius – Willkommen in Peking!

Autor: Herr Hirscher