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Achtjähriges Gymnasium in Baden-Württemberg (G8alt)
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In Baden-Württemberg gab es an vier Gymnasien ab 1991 einen 1. Schulversuch zum
achtjährigen Gymnasium. Zusätzlich gab es ab dem Schuljahr 97/98
an 14 weiteren Gymnasien einen 2. Schulversuch. Mittlerweile ist dieser verkürzte Bildungsgang
im Schulgesetz verankert und somit aus der Versuchsphase entlassen.
Im Schuljahr 2000/01 wird der
"achtjährige gymnasiale Bildungsgang", genannt G8, an 63 Gymnasien in BW angeboten, derzeit wohl
überall parallel zum üblichen neunjährigen Bildungsgang G9.
Die Zielrichtung von G8 ist:
- Vermittlung der allgemeinen Hochschulreife
ohne Niveauverluste bereits nach acht Jahren
- Verbesserung der Startchancen der Abiturienten
angesichts der wachsenden Integration Europas und
angesichts der Globalisierung der Arbeitsmärkte
- Stärkung der Studierfähigkeit und
Bewältigung der stets wachsenden Anforderungen des tertiären Bereichs,
der Wirtschaft, der Ausbildungsinstitutionen und der Wissenschaft
Der 2. Schulversuch war bereits für das Schuljahr 99/00 nach dem Willen der
Kultusministerin, Dr. Annette Schavan, für ca. 20% der allgemeinbildenden Gymnasien
geplant (also quasi flächendeckend). Dieses Ziel ist erst in 2000/01 erreicht worden;
dafür gibt es bereits erste Standorte, an denen ab dem Schuljahr 2001/02 geplant ist,
ausschließlich G8 anzubieten.
In der Stundentafel-Tabelle ist
rot gekennzeichnet,
wie sich der derzeitige achtjährige gymnasiale Bildungsgang G8alt auswirkt. Die Änderungen in G8neu ab 2004/05 sind dort pinkfarben gekennzeichnet und weiter unten skizziert:
Der Stoff der Klassenstufe 6 wird auf alle anderen Klassenstufen umverteilt; daher entfällt
die alte Kl. 6; die alten Kl. 7 - 11 werden zu den G8-Klassen 6 - 10.
Dabei werden die Stundentafeln der neuen Profile zugrunde gelegt.
Zusätzlich wird die Stunde Naturphänomene aus der wegfallenden Kl. 6 in die
G8-Kl. 6 übertragen.
Wenn der Schulversuch eingerichtet ist, können die Schüler den G8-Zug alleine
aufgrund des Elternwillens zu Beginn oder am Ende von Kl. 5 wählen. Es ist also denkbar,
daß sich eine 6. Klasse aus Schülern zusammensetzt, die bereits in Kl. 5 im G8-Zug
waren (Regelfall) und aus solchen, die in Kl. 5 noch einen G9-Zug besucht haben.
Umgekehrt kann ein Schüler jederzeit vom G8-Zug in den G9-Zug zurückwechseln.
Die zweite Fremdsprache beginnt in der G8-Klassenstufe 6 (gegenüber den G9-Zügen
also eine Klassenstufe früher).
Ende der G8-Klassenstufe 7 muß die Schule festlegen, welches Profil der G8-Zug
ab Kl. 8 haben soll. Wird das naturwissenschaftliche Profil gewählt, kann die Schule trotzdem
zusätzlich in den Kl. 8 - 10 eine dritte Fremdsprache mit je 3 Wochenstunden anbieten
(in der Tabelle nicht eingearbeitet). Somit sind drei Profile denkbar: sprachliches (S),
naturwissenschaftliches (N) und naturwissenschafliches mit zusätzlicher dritter Fremdsprache (N+).
Ferner ist möglich, daß aufeinanderfolgende G8-Klassenstufen unterschiedliche Profile haben.
Die Fach-Wochenstundensummen verringern sich um die Stundenanteile der wegfallenden Kl. 6;
aber dafür dürfen 12 Wochenstunden (pro G8-Klassenstufe also im Schnitt zwei) zusätzlich
gegeben werden. Diese zusätzlichen Wochenstunden sollen in jedem G8-Zug individuell
unterschiedlich zum Ausgleich von lokalen Defiziten verwendet werden. Denkbar wäre also z.B.
(in der Tabelle in der untersten Zeile als Plus-Werte):
Kl. 5: - (wegen Orientierungsfunktion) 29 WoStd
Kl. 6: + 2 M (+ 1 NP) 33 WoStd
Kl. 7: + 1 FS1 + 1 Bio 33 WoStd
Kl. 8: + 1 D + 1 FS1 + 1 M 36/34/37 WoStd (S/N/N+)
Kl. 9: + 1 D + 1 FS1 + 1 Ek 36/34/37 WoStd
Kl. 10: + 1 D + 1 M 36/34/37 WoStd
Die "Mittlere Reife" erhalten die G8-Schüler auch erst nach sechs Jahren am Ende von Kl. 10.
Dann wechseln sie und die G9-Schüler der G9-Klassenstufe 11 gemeinsam in das
übliche viersemestrige Kurssystem der reformierten Oberstufe.
Ab dem Schuljahr 2004/05 sollen die allgemeinbildenden Gymnasien in Baden-Württemberg in einer Art
"Generalreform" verändert werden. Die folgenden Eckpunkte zeichnen sich ab:
- G8neu wird zum Regelgymnasium; G9 wird ab diesem Schuljahr nicht mehr angeboten.
- In Klassenstufe 5 (G8neu2007) wird mit der zweiten Fremdsprache begonnen (mit Übergangsfrist (G8neu2004), falls die
Grundschulen mit der ersten Fremsprache später begonnen haben sollten).
- Dementsprechend findet die Profilwahl für Klassenstufe 7 statt mit der Alternative dritte Fremdsprache oder
Natur und Technik (beides als Hauptfach!).
- Die starren Stundentafeln werden (teilweise) aufgehoben und durch flexiblere Stundenpools (Kontingente für Fächerverbünde) ersetzt.
- Anstelle von festgeschriebenen jährlichen Lehrplänen treten zweijährliche Standardbeschreibungen (Bildungsstandards) von am Ende des jeweiligen Zweijahreszeitraums erarbeiteten Fähigkeiten und Wissen.
- Diese Standards werden alle zwei Jahre durch Diagnosearbeiten (Zentrale Klassenarbeiten) abgefragt.
- Im naturwissenschaftlichen Profil wird das naturwissenschaftliche Praktikum zum Hauptfach Natur und Technik
weiter entwickelt.
- Die gesellschaftwissenschaftlichen Fächer werden durch den Fächerverbund GWG (Geographie-Wirtschaft-Gemeinschaftskunde) vertieft.
- In der Oberstufe wird das bisherige Schema von Grund- und Leistungskursen mit vier Prüfungsfächern
ersetzt durch ein Schema mit Kernkompetenz-, Profil- und Neigungsfächern und fünf Prüfungsfächern.
- Von Kl. 5 bis Kl. 12 (Abitur) sollen die Schüler 266 Wochenstunden Unterricht erhalten, also 266:8=33,25 Wochenstunden
pro Schuljahr.
Diese Reform zielt klar auf eine Stärkung der Leistungsbereitschaft und des Leistungsvermögens künftiger Abiturienten.
Dabei sind noch nicht alle Details ausgearbeitet.
Siehe auch:
Züge und Profile an allgemeinbildenden Gymnasien in BW
Sprachenkombinationen an allgemeinbildenden Gymnasien in BW
Stundentafeln für allgemeinbildende Gymnasien in BW
Zur Startseite des Georg-Büchner-Gymnasiums Winnenden
Zu den Bildungsmöglichkeiten am GBG
Dietrich Tilp
12.10.1997 / 25.11.2001
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