Gegen das Vergessen - Stolpersteine in Winnenden
04.03.2026
Zuerst hörte die Klasse einen Vortrag über die Stolpersteine, ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Diese kleinen Messingtafeln werden vor den letzten freiwilligen Wohnorten von Menschen verlegt, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert und ermordet wurden. In ihrer Gesamtheit bilden die Stolpersteine ein dezentrales Mahnmal, da sie an vielen Orten im Alltag sichtbar sind und so die Erinnerung direkt in die Städte und Gemeinden tragen. Auch in Winnenden erinnern Stolpersteine unter anderem vor der Paulinenpflege Winnenden an Menschen, die als psychisch krank oder geistig behindert eingestuft wurden. Sie galten den Nationalsozialisten im Rahmen der sogenannten „Euthanasie“-Verbrechen als „lebensunwert“ und wurden aus der Einrichtung abgeholt und in Tötungsanstalten deportiert und dort ermordet.
Nach dem Vortrag gingen die Schüler*innen zu den Stolpersteinen in der Ringstraße und reinigten die Messingplatten sorgfältig. Durch Schmutz und Witterung sind die Inschriften oft schwer lesbar, sodass Namen und Lebensdaten verblassen.
Das Putzen der Stolpersteine ist mehr als nur eine praktische Aufgabe. Es ist eine symbolische Geste des Erinnerns und des Respekts. Indem die Steine gereinigt werden, wird gezeigt, dass die Menschen hinter den Namen nicht vergessen werden. Man übernimmt Verantwortung für die Erinnerung an die Geschichte und setzt ein Zeichen gegen das Vergessen. Die Aktion hat deutlich gemacht, wie wichtig es ist, sich auch heute noch mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen.
(Gs)
